EIGNUNGSFESTSTELLUNG
für den Fliegerischen Dienst, Flugführungs- und Flugsicherungskontrolldienst

Das Personal im fliegerischen Dienst, Flugführungs- und Flugsicherungskontrolldienst der Bundeswehr ist besonderen psychischen Anforderungen ausgesetzt. Stress, kurze Reaktionszeiten, Reizüberflutung aber auch Monotonie oder Wechselschichtdienst kennzeichnen ihren Arbeitsplatz. Bewerber-innen werden daher speziellen psychologischen Auswahlverfahren unterzogen, bevor die militärische Laufbahn begonnen werden kann. Neben computergestützten Verfahren werden auch innovative Lern- und Arbeitsproben genutzt, um das Vorstellungsvermögen, die Merkfähigkeit, das Konzentrationsvermögen, die motorische Koordinationsfähigkeit oder die Belastbarkeit der Bewerber-innen zu ermitteln.

BEGUTACHTUNG
zur Tauglichkeit für Erstbewerber-innen und zur Wehrfliegerverwendungsfähigkeit

Im militärischen Flugbetrieb wird regelmäßig der Grenzbereich menschlicher Leistungsfähigkeit erreicht. Dies erfordert eine hohe körperliche Fitness und Belastbarkeit des Personals. Im Rahmen der Einstellung und nachher als Personal im militärischen Flugbetrieb erfolgt in regelmäßigen Abständen eine medizinische Tauglichkeitsuntersuchung. Die damit verbundene frühe Erkennung möglicher Erkrankungen trägt maßgeblich zur Flugsicherheit bei.

AUSBILDUNG / TRAINING
für Pilot-innen, fliegendes Personal und Luftfahrzeugbesatzungen

Im Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe erfolgt Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Bereichen Flugmedizin, Flugphysiologie und Flugpsychologie. Die nationalen und internationalen Teilnehmer-innen werden mit den Risiken und Phänomenen der dritten Dimension vertraut gemacht. Auswirkungen von Beschleunigungskräften, Sauerstoffmangelsymptomen, Desorientierung im Flug sowie Mensch-Maschine-Interaktionen, Verhalten in Luftfahrzeugen und der Transport von Patient-innen sind Teile der Ausbildung. Neben der reinen Wissensvermittlung ist das Training zum Erlangen von Sicherheit und Routine ausgerichtet.

FLIEGERÄRZT-INNEN / -PSYCHOLOG-INNEN
mehr als nur Betreuung der Pilot-innen

In den fliegenden Verbänden der Bundeswehr wird das lizenzpflichtige Personal durch die Fliegerärzt-innen vor Ort betreut. Das Aufgabengebiet umfasst die medizinische Behandlung, Vorsorgemaßnahmen, Begutachtung, Flugfreigaben, Beratung der militärischen Führung bis hin zur Mitwirkung im Verbund der Rettungskräfte bei Flugunfällen. Dies geschieht im Teamwork mit Flugmedizinischen Assistenten-innen, Physiotherapeut-innen, Sportwissenschaftler-innen und Fliegerpsycholog-innen. Die Fliegerpsycholog-innen beraten bei individuellen Fragestellungen (z.B. plötzlich auftretender Flugangst), begleitet nach besonderen Ereignissen wie Flugunfällen und unterstützen die Verbandsführung bei flugpsychologischen Fragen. Diese umfangreiche Betreuung trägt wesentlich zur Flugsicherheit bei. Häufig sind menschliche Faktoren (Human Factors) Teil eines Unfallgeschehens.

AEROMEDICAL EVACUATION
Fliegende Intensivstation

Aeromedical Evacuation ist ein wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer- und schwerstverletzter Personen über große Distanzen. Das Arbeiten an Patient-innen im Luftfahrzeug unterscheidet sich von der Tätigkeit im Krankenhaus oder Rettungswagen auf der Straße und erfordert besondere Kenntnisse. Das Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe bildet Ärzt-innen und Sanitätspersonal für den Einsatz auf den „Fliegenden Intensivstationen“ aus und weiter. Es sorgt für standardisierte Verfahren und die Ausstattung mit modernstem Medizingerät für die eingesetzten Luftfahrzeuge.

FLUGUNFALLUNTERSUCHUNG
weltweit im Einsatz

Bei Flugunfällen im militärischen Flugverkehr obliegt es der Dienststelle General Flugsicherheit der Bundeswehr die Ursache zu ermitteln. Ein mobiles Team aus der Rechtsmedizin des Zentrums für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe sowie Fliegerärzt-innen und Fliegerpsycholog-innen unterstützen ihn dabei. Weltweit im Einsatz, können so Unfallursachen geklärt, verstanden und zukünftig vermieden werden.

WISSENSCHAFT
Forschung und Erprobung

Das Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe nimmt als Ressortforschungseinrichtung des Bundes für das Themenfeld der Luft- und Raumfahrtmedizin eine gesamtstaatliche Aufgabe wahr. Es betreibt angewandte Forschung in der militärischen Luft- und Raumfahrtmedizin auf den Gebieten Arbeits-, Einsatz-, Präventiv-, Rechts-, Flugunfallmedizin, Physiologie, Ergonomie, Toxikologie, Psychologie, Strahlenschutz und qualifiziertem Patient-innentransport mittels Luftfahrzeugen. Es werden aktuelle und zukünftige Fragestellungen untersucht, um Weiterentwicklung zu ermöglichen. Ein besonderes Interesse liegt auf dem Arbeitsplatz der Pilot-innen mit den damit verbundenen physiologischen und psychologischen Belastungen.

KOOPERATIONEN
Together Into The Future

  • Kooperationspartner sind u.a.:
  • 711 Human Performance Wing, United States Air Force, Dayton, Ohio, USA
  • Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund
  • Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz
  • Bundeswehrzentralkrankenhaus, Koblenz.
  • Charité Universitätsmedizin, Berlin
  • Deutsche Sporthochschule, Köln
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Köln-Wahn
  • Ernst-Abbe-Fachhochschule, Jena
  • European Space Agency, Köln-Wahn
  • Fraunhofer-Institut für Hochfrequenztechnik und Radartechnik, Bonn-Wachtberg
  • Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart,
  • Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz
  • Ludwig-Maximilian-Universität, München
  • NATO Science and Technology Organisation, Neuilly-sur-Seine, Frankreich
  • Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, Aachen
  • Ruhr-Universität, Bochum
  • Technische Universität, München
  • Universität der Bundeswehr, München
  • Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät (WTD 61), Manching
  • Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91), Meppen
  • Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS), Munster
  • Wehrwissenschaftliches Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB), Erding
Scroll to Top